Ob Albert Hofmann ein moderner Mystiker war, der Mitte des 20. Jahrhunderts zufällig für die Forschungsabteilung von Sandoz arbeitete, oder ob seine späteren wissenschaftlichen Entdeckungen ihn lediglich an ein quasireligiöses Erlebnis in seiner Kindheit erinnerten, ist eine Frage, die letztlich seine Biografen beantworten werden. Klar ist jedoch, dass Hofmann in seinen frühen Jahren etwas erlebte, was viele als Erwachen bezeichnen würden: «An das Jahr kann ich mich nicht mehr erinnern», schreibt er in seinem Aufsatz Das Sender-Empfänger-Modell der Wirklichkeit, «aber ich kann noch immer den genauen Ort benennen, an dem es auf dem Martinsberger Waldweg oberhalb von Baden geschah.» Er wanderte durch den Wald, als «plötzlich alles in einem ungewöhnlich klaren Licht erschien. Hatte ich zuvor nicht genau hingesehen, und sah ich nun plötzlich den Frühlingswald so, wie er wirklich war? Er strahlte in der Pracht einer eigentümlichen, tief empfundenen Schönheit, als wolle er mich in all seiner Herrlichkeit umfangen.» Hofmann erlebte im Lauf seiner Kindheit und Jugend viele solcher Episoden. Doch ihm fehlten die Worte, um zu beschreiben, was er sah und fühlte. Er rang darum, einen Sinn darin zu finden, was in ihm eine lebenslange Neugier weckte, die er zu stillen versuchte, indem er Chemiker wurde, «um Einblick in die Struktur und das Wesen der Materie zu gewinnen», wie er in der Einleitung zu seinem Buch LSD – mein Sorgenkind schrieb. Solche Gedanken wurden wohl nicht thematisiert, als Hofmann sich 1929 bei Sandoz bewarb und seine Arbeit unter Arthur Stoll aufnahm. Dieser hatte einige Jahre zuvor eine kleine Forschungsabteilung gegründet, die sich auf die Naturstoffforschung konzentrierte, insbesondere auf Mutterkorn, einen parasitären Pilz, der Getreide wie Roggen befällt. Hofmanns frühe Forschung konzentrierte sich auf die Untersuchung der Wirkstoffe der Mittelmeer-Blausternblume, einer in Südeuropa und im Nahen Osten heimischen Blütenpflanze. Er trug dazu bei, die chemische Struktur der zuckerhaltigen Glykoside aufzuklären, die zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wurden – ein Bereich, in dem Sandoz auch ein auf Woll-Fingerhut basierendes Medikament entwickelte. Nachdem er sich einige Jahre lang mit Blausternen und Fingerhut beschäftigt hatte, wollte Hofmann das Fachgebiet wechseln. Er bat Stoll, die Forschung auf der Basis von Mutterkorn wieder aufnehmen zu können, die es Sandoz ermöglicht hatte, ihr erstes selbst entwickeltes Medikament auf den Markt zu bringen.
Eine seltene Aufnahme von Albert Hofmann in jüngeren Jahren.
Das Unternehmen gehörte zu den Vorreitern auf diesem Gebiet, lief, wie Hofmann befürchtete, jedoch Gefahr, seinen Vorsprung zu verlieren. Stoll gestattete Hofmann die Fortsetzung der Arbeit, wenn auch nur widerwillig, da die Derivate des Mutterkorns instabile Eigenschaften aufwiesen und der Herstellungsprozess kostspielig war. Für den Rest seines Lebens sollte Stoll hinsichtlich dieser Managemententscheidung gemischte Gefühle hegen. Fruchtbare Entdeckung Hofmanns Forschung begann harmlos, da er zunächst darauf abzielte, ein aus Mutterkorn gewonnenes Stimulans für Kreislauf und Atmung zu entwickeln. Hofmann stützte seine Idee auf die Tatsache, dass Sandoz bereits ein Analeptikum mit ähnlicher chemischer Struktur auf dem Markt hatte. Als Hofmann schliesslich das später als LSD-25 bekannte Präparat – die 25. Probe in seiner Testreihe – untersuchte, stellten er und seine Kollegen fest, dass das Molekül eine starke uterotonische Wirkung hatte. Da seine Wirksamkeit jedoch unter der eines bereits vorhandenen Medikaments lag, wurden weitere Versuche eingestellt. Das war im Jahr 1938. LSD-25 wurde für die nächsten fünf Jahre beiseitegelegt, und Hofmann arbeitete an anderen aus Mutterkorn gewonnenen Molekülen. Diese Arbeit führte zur Entwicklung von Hydergin® zur Behandlung altersbedingter kognitiver und zerebrovaskulärer Störungen, des Blutdruckmittels Dihydergot® sowie von Methergin®, einem Uterotonikum. Der geschäftliche Erfolg – Hydergin gehörte damals zu den meistverkauften Medikamenten des Unternehmens – schwächte seinen Wunsch, weiter an LSD-25 zu arbeiten, nicht. Obwohl die Wirksamkeit des Moleküls auf die Gebärmutter fraglich war, hatten Hofmann und seine Kollegen festgestellt, dass die Tiere während der Versuche «unruhig» waren.
Auszug aus Hofmanns Laborbuch.
Diese scheinbar flüchtige Beobachtung könnte als Hinweis darauf gedient haben, dass hinter dem Molekül mehr steckt. Was letztendlich auch immer die Gründe waren – Hofmann schrieb später, er habe bezüglich dieser Substanz ein «seltsames Gefühl» gehabt –, er nahm seine Untersuchungen 1943 wieder auf und wiederholte die Synthese von LSD-25 mit dem Ziel, einige Zentigramm für weitere Tests herzustellen. Während des letzten Schritts der Synthese verspürte er ein ungewöhnliches Gefühl und sah sich gezwungen, seine Arbeit zu unterbrechen und nach Hause zu gehen. «Ich legte mich hin und versank in einen nicht unangenehmen, rauschartigen Zustand, der durch eine extrem angeregte Vorstellungskraft gekennzeichnet war … [ich erlebte] einen ununterbrochenen Strom fantastischer Bilder», schrieb er in einem fünfseitigen Bericht an Stoll. Hofmann hatte Mühe, diese Wirkung zu erklären. Er hatte während des Synthesevorgangs äusserst sorgfältig gearbeitet. Der letzte Schritt bestand darin, LSD in Salzform herzustellen. «Könnte ich die Salzkristalle über die Haut aufgenommen haben?», fragte er sich. Hofmann beantwortete diese Frage einige Tage später mit einem Selbstversuch. Der Tag mit dem Fahrrad Das Selbstexperiment ist als «Bicycle Day» in die Geschichte eingegangen, der jedes Jahr am 19. April gefeiert wird. Nachdem er genau um 16.20 Uhr «0,5 cm³ einer ½-Promille-wässrigen Lösung von Diethylamid-Tartrat oral … verdünnt mit etwa 10 cm³ Wasser» eingenommen hatte, machte er sich mit dem Fahrrad auf den Weg. Gegen 17.00 Uhr begann ihm schwindelig zu werden, und er wurde von einem Lachanfall überwältigt. «Ich bat meinen Laborassistenten, der über mein Selbstexperiment informiert worden war, mich nach Hause zu begleiten», schrieb er später. «Wir fuhren mit dem Fahrrad, da aufgrund der kriegsbedingten Nutzungsbeschränkungen kein Auto zur Verfügung stand. Auf dem Heimweg nahm mein Zustand bedrohliche Züge an. Alles in meinem Blickfeld schwankte und war verzerrt, als würde ich es durch einen Zerrspiegel betrachten. Ausserdem hatte ich das Gefühl, mich nicht von der Stelle bewegen zu können.» Als die Wirkung des LSD auf Hofmann einsetzte, verschlechterte sich sein Zustand. Die Bilder wurden immer beängstigender. Es schien, als hätte ein Dämon begonnen, von ihm Besitz zu ergreifen, und er fürchtete, den Verstand zu verlieren. Sein Assistent rief einen Arzt herbei, der jedoch keine verdächtigen Symptome feststellen konnte. Hofmann erholte sich einige Stunden später, als ihn «ein Gefühl von grossem Glück und unermesslicher Dankbarkeit» überkam. «Nach und nach konnte ich beginnen, die beispiellosen Farben und Formspiele zu geniessen, die hinter meinen geschlossenen Augen fortbestanden.» Am nächsten Morgen wachte er gestärkt mit einem «neuen Lebensgefühl» auf. Was war geschehen? Zur Zeit von Hofmanns Entdeckung steckte die Arzneimittelforschung noch in den Kinderschuhen. Für Chemiker, die an der Spitze der Wissenschaft arbeiteten, war es nicht ungewöhnlich, Moleküle an sich selbst zu testen, um ihre Wirkungen besser zu verstehen. Dies galt für LSD-25 und viele andere im frühen 20. Jahrhundert entwickelte Substanzen, da Forscher noch nicht über die Mittel verfügten, den Wirkmechanismus eines Moleküls vollständig zu ergründen.
Doch LSD war in anderer Hinsicht besonders. Hofmann verwendete eine so geringe Menge – einen Bruchteil eines Milligramms –, dass sich seine Vorgesetzten fragten, ob er die Probe richtig abgewogen hatte. Als gewissenhafter Wissenschaftler hatte Hofmann Verständnis für ihre Zweifel, da ähnliche halluzinogene Substanzen normalerweise in viel höheren Dosen verabreicht wurden. Um seine Ergebnisse zu verifizieren, wiederholten der Leiter der pharmakologischen Abteilung von Sandoz, Emil Rothlin, und zwei seiner Kollegen den Selbstversuch. Sie machten eine ähnlich fantastische Erfahrung durch, die sie ratlos zurückliess, wie so etwas überhaupt möglich sein konnte. Es folgten Jahre des Experimentierens, in denen Hofmann und seine Kollegen weitere Mutterkornderivate entwickelten, um Licht ins Dunkel um LSD zu bringen und mehr über die Eigenschaften des Moleküls und seine biologischen Wechselwirkungen zu erfahren, was sogar zur Entwicklung eines Migränemedikaments führte. Auch separate Studien im Vereinigten Königreich trugen massgeblich dazu bei, die aussergewöhnliche Wirkung des Moleküls aufzuklären. Durch die Entdeckung, dass LSD serotoninblockierende Eigenschaften besass, eröffneten diese Studien neue Wege in den Neurowissenschaften und ermöglichten eine Neuinterpretation psychiatrischer Erkrankungen. Die Forscher begannen allmählich zu verstehen, dass psychische Erkrankungen auf biochemische Dysregulationen zurückzuführen sein könnten. Es war ein grosser Sprung, der inmitten der darauffolgenden, durch die Droge ausgelösten kulturellen Revolution fast unbemerkt blieb. Im Jahr 1947 wurde LSD erstmals auch an der psychiatrischen Klinik der Universität Zürich von Werner A. Stoll, dem Sohn von Arthur Stoll, an schizophrenen Patienten getestet. Die Ergebnisse waren weitreichend: Stoll, der die Droge an sich selbst getestet hatte, kam zu dem Schluss, LSD könne in einer Vielzahl von psychiatrischen Kontexten sicher eingesetzt werden. Als das Verständnis des Moleküls wuchs – auch wenn sein Wirkmechanismus erst Jahrzehnte später vollständig aufgeklärt werden sollte –, beschloss Sandoz, es unter dem Markennamen Delysid® für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen, um Patienten unter anderem «in der analytischen Psychotherapie zur Freisetzung verdrängter Inhalte und zur psychischen Entspannung, insbesondere bei Angstzuständen und Zwangsneurosen», wie im Prospekt dargelegt, zu behandeln. Klinische Forschungen wurden über weite Teile der 1950er-Jahre hinweg durchgeführt. Doch die wissenschaftliche Dynamik begann sich zu verschieben, als das rasch wachsende öffentliche Interesse an den bewusstseinsverändernden Eigenschaften und der starken halluzinogenen Wirkung von LSD ein beunruhigendes kulturelles Phänomen auslöste, das einen Grossteil seiner medizinischen Entwicklung auf den Kopf stellte. Flower Power Als John Lennon 1971 vom Fernsehmoderator Dick Cavett gefragt wurde, ob er unter LSD-Einfluss gestanden habe, als er Lucy in the Sky with Diamonds schrieb, antwortete der Ex-Beatle, es seien keine Drogen im Spiel gewesen. Ob das nun stimmte oder nicht – höchstwahrscheinlich nicht –, der Schaden war angerichtet: Der Song war zur inoffiziellen LSD-Hymne geworden, da die Pillen oft als «Lucy» oder «Acid» bezeichnet wurden. Illegale LSD-Labore schossen weltweit wie Pilze aus dem Boden, Millionen von Menschen unternahmen «Trips» und konsumierten die Droge als bewusstseinserweiterndes Freizeitmittel und Aphrodisiakum.
Klinische Untersuchungen gerieten immer mehr in den Hintergrund. Schlimmer noch: LSD galt als gesellschaftliche Gefahr. Dies veranlasste Sandoz dazu, 1965 öffentlich bekannt zu geben, das Unternehmen werde die gesamte Produktion und den Vertrieb von LSD einstellen, und dies kurz bevor die experimentelle Substanz im Vereinigten Königreich, in den USA, in der Schweiz und anderen Ländern verboten wurde. Ein Grossteil der Anziehungskraft von LSD und des damit verbundenen Versprechens, Jenseitserfahrungen zu ermöglichen, war dem Marketinggenie und der Rockstar-Aura der ehemaligen Harvard-Forscher Timothy Leary und seines Dozentenkollegen Richard Alpert zu verdanken, der später unter dem Namen Ram Dass als Guru berühmt wurde. Während das anfängliche Interesse von Leary und Alpert rein akademischer Natur war, arteten ihre Experimente bald in wilde Partys aus, bei denen LSD-Trips den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur eine Möglichkeit boten, das Göttliche zu erfahren und das Selbst zu entdecken, sondern auch ihr Sexualleben zu bereichern. Ihre Harvard-Seminare erfuhren rasante Verbreitung, fanden Anhänger an anderen Universitätsstandorten und prägten die Alltagskultur nachhaltig. Learys Mantra «Turn on, tune in, drop out» traf den Nerv der aufkommenden Hippie-Bewegung, die sich von den Fesseln einer verklemmten bürgerlichen Gesellschaft befreien wollte. LSD war der Weg, auf dem dieses Ziel erreicht werden sollte.
1963 nahm Leary Kontakt zu Hofmann auf und versuchte, rund 1 Million Dosen LSD bei Sandoz zu bestellen. Da Leary jedoch die erforderliche Einfuhrgenehmigung nicht vorlegen konnte, wurde Sandoz misstrauisch und stornierte die Bestellung. Kurz darauf wurden Leary und Alpert aus Harvard entlassen, was ihren Status als Revolutionäre noch verstärkte. Parallel zur aufkommenden Hippie-Bewegung gewann der LSD-Konsum an Dynamik, während die wissenschaftliche Erforschung des Potenzials des Moleküls als psychopharmakologisches Medikament zum Erliegen kam, da eine Flut sensationeller Medienberichte in Verbindung mit Ängsten vor dem kaum verstandenen Wirkmechanismus von LSD das fachliche Interesse erstickte und zu seiner Kriminalisierung führte. Während der Weg zur klinischen Forschung versperrt war, schritt der kulturelle Einfluss von LSD jedoch mit unaufhaltsamer Geschwindigkeit voran. Von seiner halluzinogenen Wirkung inspirierte Kunst wurde populär, und Musiker prahlten damit, wie ihre Lieder unter seinem Einfluss neue Tiefen gewannen, was den psychedelischen Rock hervorbrachte. Bücher, Artikel, Gedichte, Gemälde und sogar die Fotografie – alles schien das bewusstseinsverändernde Versprechen von LSD zu atmen, alte Ästhetiken zu zerschlagen und alte Denkweisen zu sprengen. Anstatt die Medizin zu verändern, wie Hofmann es sich erhofft hatte, revolutionierte LSD die westliche Kultur, und die Auswirkungen sind bis heute spürbar, da Kunstwerke, Theaterstücke und Filme das Phänomen weiterhin erforschen. Eine stille Revolution in den Neurowissenschaften Während Sandoz alles versuchte, um sich von den massiven Folgen des grassierenden Drogenmissbrauchs zu distanzieren, war Stoll, der Hofmann zunächst nur widerwillig erlaubt hatte, mit seinem kostbaren Material zu arbeiten, zutiefst enttäuscht: «Ich hätte es lieber gesehen, wenn du LSD nie entdeckt hättest», sagte er zu Hofmann, dessen Entdeckung sich innerhalb weniger Jahre von einem vielversprechenden Projekt zu einem «Sorgenkind» gewandelt hatte. Im Schatten der durch LSD ausgelösten kulturellen und unternehmerischen Umwälzungen begannen Forscher jedoch zu erkennen, dass dessen Eigenschaften Wissenschaftlern halfen, ihr Verständnis des Gehirns zu vertiefen. Damals wurde das Gehirn hauptsächlich als elektrisch verdrahtete Maschine betrachtet, während die Rolle der Chemie im Gehirn als vernachlässigbar angesehen wurde. Dies änderte sich, nachdem der britische Pharmakologe John Gaddum und der kanadische Biochemiker Dilworth Wayne Woolley begannen, die serotoninhemmenden Eigenschaften von LSD aufzudecken. Gaddum schrieb: «Es ist möglich, dass das Serotonin in unserem Gehirn eine wesentliche Rolle dabei spielt, uns geistig gesund zu halten, und dass die Wirkung von LSD auf seine hemmende Wirkung auf das Serotonin im Gehirn zurückzuführen ist.»
John Gaddum.
Diese Idee war revolutionär, da die vorherrschende Theorie des Gehirns dieses eher aus struktureller Sicht betrachtete. Führende Wissenschaftler wie John Eccles waren zudem davon überzeugt, dass Neuronen in erster Linie über elektrische Signale kommunizierten. Gaddum und Woolley zeigten jedoch, dass die Rolle der Neurotransmitter weitaus wichtiger war als bisher angenommen. Ihre Erkenntnisse veränderten nicht nur das Verständnis des Gehirns. Sie lösten auch die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen aus, die vor der Entdeckung von LSD meist mithilfe der Psychoanalyse behandelt und durch Umweltfaktoren erklärt wurden. Rasante medizinische Fortschritte Während Sandoz und Hofmann gegen die Reputationsschäden durch den missbräuchlichen Konsum von LSD ankämpften, lösten die wissenschaftlichen Erkenntnisse einen neuen Forschungsboom im Bereich der Neurowissenschaften aus: Sandoz, Ciba und Geigy entwickelten unter anderem neue Therapien gegen psychotische Symptome, die Parkinson-Krankheit und Depressionen und etablierten sich damit als führende Unternehmen auf diesem Gebiet. Mit der Fusion zu Novartis setzte das Unternehmen diese Bemühungen fort und konzentrierte sich zudem zunehmend auf neurodegenerative Erkrankungen und Neuroinflammation, wodurch es in Bereichen wie Multiple Sklerose, Alzheimer und Migräne bahnbrechende Therapien auf den Markt brachte. Zudem gehörte Novartis zu den ersten Unternehmen weltweit, die eine Gentherapie für eine seltene neuromuskuläre Erkrankung auf den Markt brachten. Dies spiegelt den Ehrgeiz des Unternehmens wider, bahnbrechende wissenschaftliche Fortschritte voranzutreiben – sowohl bei der Identifizierung neuer Zielstrukturen als auch beim Einsatz innovativer Technologien, um neue Wege für Patienten zu erschliessen. Damit setzt Novartis eine Tradition fort, die vor fast einem Jahrhundert mit einer zufälligen Entdeckung begann, die die Medizin für immer veränderte. Mit dieser Dynamik leistet Novartis auch heute Pionierarbeit bei neuen Ansätzen, die das Potenzial haben, ganze Bereiche der Medizin und Wissenschaft zu verändern und Millionen von Patienten weltweit zu helfen.
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Novartis-Geschichte Die Mikrodosis, die die Neurowissenschaften revolutioniert hat. Auf den Schultern eines Giganten Text Goran Mijuk. Fotos Martin Oeggerli | Novartis Heritage and Company Archives. Kein anderes Medikament hat wohl einen so grossen Einfluss auf Medizin und Kultur gehabt wie LSD, das berühmte Mutterkornderivat, dessen psychedelische Wirkung 1943 vom Schweizer Forscher Albert Hofmann entdeckt wurde. Die historische Bedeutung dieses Wirkstoffs, der ausschliesslich zu Forschungszwecken verwendet und vom Novartis-Vorgänger Sandoz nie kommerzialisiert wurde, ist nicht zu unterschätzen: Er trug dazu bei, das wissenschaftliche Verständnis des Gehirns zu verändern, und löste eine medizinische Revolution aus, deren Nachwirkungen bis heute spürbar sind.
John Lennon und Yoko Ono im Gespräch mit Dick Cavett.
Timothy Leary während einer Vorlesung.
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