Die Nachricht gleicht einem Paukenschlag. Vor dreissig Jahren, am 6. März 1996, unterzeichnen die Verwaltungsratspräsidenten der Sandoz und der Ciba einen Vertrag. Am Tag darauf treten Marc Moret und Alex Krauer vor die Presse und verkünden die Absicht, die beiden Unternehmen unter dem Namen Novartis zu fusionieren. Es wird der bis dato grösste Merger weltweit. Nun gilt es, den neuen Konzern einer globalen Öffentlichkeit vorzustellen. Noch haben Internet und digitale PR nicht die heutige Reichweite, weshalb die Papierbroschüre ein Mittel der Wahl bleibt. «Who are we?» fragt die Titelseite und antwortet mit einer Leistungsschau, die die Innovations- und Wirtschaftskraft des neuen Unternehmens herausstellt. Der Name Novartis hat sich in den Wochen zuvor gegen etwa hundert Vorschläge wie Elanta oder Orbion durchgesetzt. Er lehnt sich an die lateinischen Worte Novae Artes an, was sich mit neuartige oder innovative Fertigkeiten übersetzen lässt. Neue Wege zu gehen ist die Vision, die damit zum Ausdruck gebracht wird. Da das Projekt bis zum 7. März hochgeheim ist, der neue Name aber gesichert sein muss, wird Novartis am 29. Februar ins Handelsregister eingetragen – und zwar zur Tarnung zunächst als Unternehmen im Kunsthandel. Erst am Tag vor der Vertragsunterzeichnung wird der Unternehmenszweck auf die zukünftige Novartis angepasst. In der Tat findet mit dem Merger eine inhaltliche Neuausrichtung statt, die die Broschüre der Öffentlichkeit kommuniziert. Wie zuvor schon Sandoz trennt sich nun auch Ciba von der Spezialitätenchemie und damit von den ältesten Wurzeln der Vorgängerunternehmen. Novartis startet neu mit drei Divisionen: Healthcare, Agribusiness und Nutrition, inhaltlich vereint unter dem Begriff Life Sciences. Darauf nimmt auch das neue Logo Bezug. Allerdings erschliesst sich das erste blumige Interpretationsangebot der beauftragten Kommunikationsagentur nicht auf den ersten Blick. Eine rot blau gelbe «Blume des Lebens» erkennen wohl nur die wenigsten. Auch dass das rote Element die Flamme eines Bunsenbrenners (Nutrition), das blaue Präzision (Healthcare) und das gelbe wärmende Sonnenstrahlen (Agribusiness) repräsentieren könnte, verfängt nicht. Das breite Publikum sieht einen Mörser und Stösel – althergebrachte Gebrauchsutensilien aus dem Labor des Apothekers und damit ein zeitloses Symbol für Forschung. Diese Forschungs- und Innovationskraft ist das Hauptthema der sechzehnseitigen Broschüre und ihrer Kapitel «In search of solutions», «Applying new skills» und «Researching tomorrow’s future today». Der auf den ersten Blick verwaschen aussehende rot-blaue Hintergrund der Titelseite zeigt übrigens eine stark vergrösserte DNA und repräsentiert die Vision, Forschung mit modernsten Technologien zu betreiben. 1996 war das Human Genome Projekt noch im Gange, heute sind dank bahnbrechender Forschung erste Zell- und Gentherapien verfügbar. Diese visionäre Ausrichtung von Forschung, aber auch der gewünschte Spirit in allen anderen Unternehmensfunktionen bringt ein Slogan auf der letzten Seite der Broschüre auf den Punkt: «...this is the essence of Novartis – If we don’t have the solution, we’re working on it».
Connect Archivperlen.
Die erste Imagebroschüre der Novartis (1997) Text und Fotos von Novartis Heritage & Company Archives.
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