Digital Leaders

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Der digitale Wandel geschieht nicht von heute auf morgen. Es ist ein steter Anpassungsprozess, der von langer Hand geplant werden muss. Das wichtigste Element in diesem Prozess sind die Vorreiter des Wandels, die Veränderungen nicht nur annehmen, sondern sie vorantreiben.

Text von Goran Mijuk, Fotos von Laurids Jensen und Florence Montmare
Ronenn Roubenoff, Global Head of Musculoskeletal Disease Translational Medicine

Publiziert am 01/06/2020

Der digitale Wandel bei Novartis hat viele Gesichter. Mehr als 1000 Spezialisten aus allen Divisionen und Funktionen arbeiten daran, die digitale Kompetenz im Unternehmen zu stärken und das Potenzial neuer Technologien wie Deep Learning nutzbringend einzusetzen.

Die Euphorie ist naturgemäss gross, denn die neuen Technologien eröffnen neue Wege für Wissenschaft und Medizin. Gleichzeitig weiss man aber auch genau, dass die anstehenden Aufgaben alles andere als einfach sind und dass die Zusammenarbeit vieler verschiedener Akteure sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Unternehmens unabdingbar ist. 

Schwieriges Unterfangen

Lassen wir Ronenn Roubenoff, Global Head of Musculoskeletal Disease Translational Medicine, zu Wort kommen. Er forciert im Unternehmen die Bemühungen, neue digitale Endpunkte zu schaffen. «Ich arbeite mit einem Konsortium aus neun anderen Pharmaunternehmen, drei Technologieunternehmen und über 20 wissenschaftlichen Institutionen daran, digitale Messmethoden für die Mobilität zu entwickeln», so Roubenoff. 

Er ist sich der Tatsache bewusst, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen sich einem schwierigen Unterfangen stellen. Doch die Mühe lohnt sich. «Wenn wir Gesundheits- und Regulierungsbehörden davon überzeugen können, dass sich mithilfe

digitaler Mobilitäts-Endpunkte medizinische Ergebnisse prognostizieren lassen, können wir neben der Arzneimittelentwicklung auch die medizinische Versorgung von älteren, gebrechlichen und kranken Menschen in aller Welt verändern», so Roubenoff weiter.

Mimi Huizinga, former VP, Strategic Data Head, now Head of US Oncology Medical vor rotem Hintergrund.

Unkonventionelle Ansätzes

Viele der in diesem Bereich tätigen Kolleginnen und Kollegen sind ebenfalls sehr motiviert, konventionelle Ansätze zu reformieren oder gar ganz neue Wege zu gehen. «Ich bin zuversichtlich, dass die Art und Weise, wie wir heute Therapiemöglichkeiten erforschen, entwickeln und verbreiten, sich weiterentwickeln wird», so Robin Roberts. Er leitet die digitale Forschungsplattform Biome des Unternehmens. Diese ermöglicht es Novartis, mit

Start-up-Unternehmen zu kooperieren. «Ich bin überzeugt, dass wir mithilfe der Technologien, die wir mutig genug bereits heute einsetzen, diesen Wandel bewältigen werden.»

Mimi Huizinga ist in der Onkologie tätig, wo sie seit September 2019 eine neue Rolle einnimmt, nachdem sie lange Zeit im Digitalbereich gearbeitet hat. Wie Roberts ist auch sie der Ansicht, es sei sicherzustellen, dass das Unternehmen schon heute das Potenzial digitaler Technologien nutzt. «Als ich angefangen habe, waren unsere Daten nicht zentral organisiert. Dadurch verzögerten sich greifbare Erkenntnisse, denn die Daten mussten erst gefunden und bereinigt und dann auf ihre Qualität überprüft werden.» 

Heute, so sagt sie, verfügt ihr ehemaliges Team über mehr als 20 Terabyte an Daten, und Fragen können schnell beantwortet werden. «Durch die Verknüpfung von Daten und digitalen, Technologien entsteht ein zielführender Kreislauf, der es uns gestattet, bessere Strategien für den Austausch von Informationen zu nutzen, die unsere Patienten und Ärzte einfordern», so Huizinga.

Brötchen zum Frühstück

Doch sollten sich die Menschen, die nicht Teil jener kleinen Gruppe von Digitalexperten sind, vor der Zukunft fürchten? Nach Meinung von Gernot Weber keinesfalls. Er arbeitet im Insights Strategy and Design Team von Luca Finelli an einer Reihe von Projekten. «Als Teilchenphysiker finde ich die wissenschaftliche Nutzung interner und externer Daten sehr spannend. Dazu zählt auch die Bereitstellung der richtigen Informationen für unsere Mitarbeitenden, damit diese objektive Entscheidungen treffen können.»

Sein Kollege Davide Franco teilt seine Ansicht: Künftig werden Daten- und Digitaltechnologien in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung so normal sein wie frische Brötchen zum Frühstück. «Dabei steht nicht mehr die Verfügbarkeit der Daten und der Technologie im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, wozu wir diese nutzen.» Bei Novartis hat man deren Zweck ganz klar erkannt: die Entwicklung von innovativen Medikamenten, die die Lebensqualität der Menschen verbessern und ihre Lebensdauer verlängern.

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