Die steifen und verkrümmten Fingergelenke sind ein grosses Problem für Rheumapatienten. Hilfsmittel können den Alltag wesentlich erleichtern.
(Dieser Artikel wurde ursprünglich im Campus Magazin 2017 publiziert.)
Das Training an diesem Montagnachmittag im September 1982 war hart und lang, doch Esther Rudischhauser liebte den Sport und genoss die gemeinsame Zeit mit ihren Tennis-Kolleginnen in Bad Zurzach. Sie war jung, gerade mal 28 Jahre alt, hatte vor Kurzem geheiratet und die schönste Zeit im Leben stand noch bevor. Am Abend legte sie sich müde vor Anstrengung, aber rundum glücklich, ins Bett.
Die Schmerzen kamen mitten in der Nacht, plötzlich und mit unheimlicher Wucht. Ein Moment, den Esther Rudischhauser nie mehr vergessen wird, da er ihr Leben mit einem Schlag komplett veränderte. Von nun an war sie einer Krankheit ausgeliefert, deren Namen sie noch nicht einmal kannte.
„Es fühlte sich an, als ob glühende Messer in beiden Vorderfuss-Gelenken wühlten“ erinnert sich die heute 63-jährige an jene Nacht. „Zuerst dachte ich, dass die Schmerzen vom langen Tennistraining stammen und irgendwann von alleine aufhören würden. Schliesslich hatte ich ganze drei Stunden lang auf dem Platz gestanden.“
Doch es kam anders. Dieser Schmerz war so extrem und andauernd, wie sie es bis jetzt noch nie erlebt hatte. Und er blieb von nun an ihr ständiger Begleiter - Tag für Tag und Nacht für Nacht. Als Esther Rudischhauser nach einigen Tagen endlich zum Arzt ging, bekam sie kalte Arnikawickel, die ihr Leid in keiner Weise lindern konnten.
Damit erging es ihr in den 1980er-Jahren nicht viel besser als Patienten aus früheren Jahrhunderten, denen Arsensalze, Bienenwachsöle oder Asphaltpflaster gegen ihre Rheumaschmerzen verschrieben wurden.
Odyssee von Arzt zu Arzt
So zog sie die nächsten eineinhalb Jahre weiter von Arzt zu Arzt, ohne treffende Diagnose und ohne Verbesserung der Situation. Im Gegenteil, nun war der gleiche „hinterhältige, gemeine und elende Schmerz“ wie ihn Esther Rudischhauser beschreibt, auch noch in beiden Kniegelenken zu spüren.
Das einzige Mittel, um die Schmerzen für kurze Zeit zu lindern, war zu dieser Zeit Kortison. Doch Kortison treibt den Zuckerspiegel in die Höhe, und Esther Rudischhauser litt seit ihrer Kindheit an Diabetes. Eine Kombination, die grosse Risiken mit sich brachte und den Einsatz dieses Arzneimittels deshalb stark beschränkte.
„Ich weiss wirklich nicht mehr, wie ich das damals alles ausgehalten habe“ fragt sie sich noch heute. „Aber ich hatte schon immer einen starken Willen, und das ist wohl der Grund, warum ich noch hier bin.“
Die Erklärung für ihre Schmerzen kam schliesslich durch einen Händedruck. Als sie sich bei einem neuen Arzt vorstellte, begrüsste sie dieser auf eine spezielle Art: mit dem Gänslen-Zeichen, benannt nach dem amerikanischen Chirurgen F.J. Gänslen. Dabei drückt der Arzt gleichzeitig von oben und unten auf die Fingergrundgelenke, um die Reaktion zu testen.
Esther Rudischhauser musste vor Schmerz laut aufschreien. Die nachfolgenden Röntgenaufnahmen der entzündeten und bereits erodierten Gelenke brachten dann die endgültige Gewissheit, dass es sich um eine chronische Polyarthritis, auch rheumatoide Arthritis genannt, handelte.







