Brillen gehören zum Alltag von A. T. Sie sind Hilfsmittel und modische Accessoires zugleich.
Publiziert am 01/06/2020
Auf den ersten Blick sieht man es A. T.* nicht an, dass sie in ihrem Leben schon vieles durchmachen musste. Zu strahlend scheint ihr Gemüt, und ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind von einer Energie getragen, die kaum an Kummer denken lässt.
Doch die Wahlzürcherin, die in den 1960er-Jahren mit ihren drei Geschwistern – einem Bruder und zwei Schwestern – in Weiningen im Limmattal aufgewachsen ist, musste in ihrem Leben bereits einige Schicksalsschläge verkraften.
Um die Jahrtausendwende verunfallte sie bei einem Motorradunglück schwer. Kurze Zeit später wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, und sie musste sich einer sehr anstrengenden Chemotherapie unterziehen. 2012 stellte man dann fest, dass sie an der trockenen Form der altersbedingten Makuladegeneration leidet, einer weitverbreiteten Augenkrankheit, bei der das zentrale Sehvermögen sukzessive eingeschränkt wird, was die Patienten als Trübung des Sehfelds erfahren. Im Lauf der Zeit verschlimmerte sich ihr Zustand, und es entwickelte sich in der Folge eine feuchte Makuladegeneration, bei der die Sehzellen im Bereich des gelben Flecks, der sogenannten Makula, noch rascher absterben.
«Es war zunächst ein Schock für mich, als ich erfuhr, dass ich unter einer Augenkrankheit leide», erinnert sich A. T. an die Zeit zurück, als sie 2012 die Diagnose erhielt, sie sei von der trockenen Form der altersbedingten Makuladegeneration betroffen. «Im ersten Augenblick war es für mich noch fast schlimmer als damals, als ich mit der Krebsdiagnose konfrontiert wurde. Ich war ängstlich, weil ich nicht wusste, was da auf mich zukommt, und weil ich befürchtete, die Krankheit könnte rasch zu einer Erblindung führen. Auf so etwas war ich einfach nicht vorbereitet.»
«Doch ich hatte Glück im Unglück», sagt sie heute. Die Krankheit wurde bei ihr frühzeitig erkannt. Aufgrund des Jochbeinbruchs, den sie bei ihrem Motorradunfall erlitten hatte, untersuchte ihre Ärztin regelmässig ihre Augen, weil sich das Risiko nicht ausschliessen liess, dass sich wegen der Gesichtsverletzung ihre Netzhaut ablöst. Die frühe Diagnose war wichtig, weil sie ihr erlaubte, Sicherheit zu gewinnen und ihren Lebensstil anzupassen.







