Unterschiedliche Grenzwerte
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Wissenschaft
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Verbesserungsmöglichkeiten werden geprüft

Das Projektteam führte eine Analyse der Geruchssituation durch, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren, damit die Arbeiten fortgesetzt werden konnten. Es wurden zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen bereitgestellt, ein neues Sanierungsunternehmen beauftragt und die Kommunikation mit den Behörden und mit der Bevölkerung intensiviert.

Text von Linda Bergsten, lllustrationen von Ikonaut, Fotos von Gregory Collavini

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Für die Schweiz geltende Toleranzgrenzwerte der Luftemissionen für die unterschiedlichen HCH-Isomere.

Publiziert am 01/07/2021

In einer Phase der intensiven Neuorientierung identifizierten die Projektleiter von Novartis die folgenden vier Bereiche, die sich für Verbesserungen anboten: stärkerer Einbezug schweizerischer und deutscher Behörden zur Unterstützung der Wiederaufnahme des Projekts; effizientere Kommunikation mit der Bevölkerung in der Nachbarschaft; Beauftragung eines neuen Sanierungsunternehmens und Intensivierung von Gesundheitsschutz- und Sicherheitsmassnahmen wie regelmässige Luftanalysen, neue, abgedichtete Bauzelte und verbesserte Luftfilter.

Eine wichtige Erkenntnis war, dass die Sanierung nur in enger Zusammenarbeit mit den Behörden Deutschlands und der Schweiz erfolgreich fortgesetzt werden konnte. Zwar war die französische DREAL die federführende Behörde. Das Sanierungsprojekt betraf aber auch die Schweiz und Deutschland, sodass der Abstimmung mit allen wichtigen Stakeholdern höhere Priorität eingeräumt wurde. Das Team nahm in der Folge Kontakt auf zum Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt (AUE), zum Lufthygieneamt beider Basel (LHA) sowie zum Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Lörrach.

Schwerpunkt der anfänglichen gemeinsamen Sitzungen war es, die unterschiedlichen Anforderungen nach französischem und schweizerischem Recht in Erfahrung zu bringen. Die DREAL schrieb im Rahmen des Präfekturbeschlusses von 2012 für das Sanierungsprojekt Emissionsmessungen von Luft, Staub, Oberflächenwasser und Grundwasser vor. So wurden etwa Höchstwerte für die HCH-Luftemissionen festgelegt, abgeleitet aus einer Risikoabschätzung (Quantitative Bewertung der Gesundheitsrisiken, EQRS). Im Rahmen der EQRS wurden das Risiko ermittelt, die Dosis-Wirkungs-Relation eingeschätzt und die möglichen Expositionen evaluiert.

Das Sanierungsprojekt musste formal die Grenzwerte aus dem französischen Präfekturbeschluss einhalten. Neben den französischen Vorgaben wurden mit den Schweizer Behörden Toleranzwerte für die α-, β- und γ-HCH-Konzentrationen (150 / 30 / 300 ng / m3) vereinbart. Ein weiteres Ziel war die Reduzierung von Staubemissionen um rund 90 Prozent. Die DREAL akzeptierte diese Toleranzwerte zusätzlich zu den Werten aus der EQRS, um eine einheitliche Kommunikation mit der Öffentlichkeit sicherzustellen.

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Luftmessungsstationen inner- und ausserhalb der Baustelle (Schweiz/Frankreich).

Un­ter­schied­li­che Grenz­wer­te

Das neue kontinuierliche Überwachungs- und Probeentnahmeverfahren wurde über den ganzen Verlauf jedes Tages durchgeführt, auch an den Wochen-enden. Der Toleranzgrenzwert für die Schweizer Bevölkerung wurde in Zusammenarbeit mit dem AUE in Basel ermittelt. Die Schweizer Toleranzgrenzwerte waren strenger als die französischen, da die Schweiz Konzentrationen im Nanogramm-bereich überwachte.

Für jedes der drei Hauptisomere (α-, β- und γ-HCH) wurden ausgehend von deren toxikologischen Eigenschaften Grenzwerte festgelegt. Weiter wurde ein Massnahmenplan für Situationen entwickelt, in denen der Grenzwert überschritten wurde. Der Massnahmenplan umfasste drei Ebenen: Grün (Fortsetzung der Arbeiten), Gelb (Korrekturmassnahmen) und Rot (Einstellung der Arbeiten, Überprüfung der Situation und Durchführung von Korrekturmassnahmen). Basis des Massnahmenplans waren die Ergebnisse der täglichen Messungen sowie die wöchentlichen Durchschnittswerte und die Jahreswerte der Messungen. Auch TCB-Werte wurden überwacht.

Da einige der Isomere einen niedrigen Geruchsschwellenwert aufweisen, der nicht notwendigerweise mit den Werten der für die Bevölkerung maximal zulässigen Tagesdosis (TDI) und der maximal zulässigen Konzentration übereinstimmen muss, führte die AUE Geruchsprüfungen ein. Die französischen Behörden wurden im Einklang mit dem Präfekturbeschluss über die Messergebnisse und die Geruchsprüfungen monatlich unterrichtet. Die Ergebnisse wurden auch bei den Inspektionssitzungen geprüft, die die DREAL auf der Sanierungsbaustelle durchführte.

Verbesserte Kommunikation

Um die Kommunikation mit der Bevölkerung zu intensivieren, veröffentlichte Novartis eine Website mit einer Echtzeit-Webcam, die die Arbeiten auf der Baustelle verfolgte. Mit häufig durchgeführten Informationsveranstaltungen für die Anwohnenden in Frankreich und in der Schweiz hielt das Projektteam die Öffentlichkeit über Verbesserungen auf der Baustelle auf dem Laufenden. Zudem wurde eine Hotline eingerichtet, über die Beschwerden wegen Geruchsbelästigungen eingereicht werden konnten.

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