ca. 2650–2600 v. Chr. Imhotep (ca. 2650–2600 v. Chr.) gilt als der erste Arzt der Geschichte und trug mit frühen Operationstechniken, die vermutlich auch die Behandlung von Augenerkrankungen umfassten, zum Fortschritt in der Medizin bei. 2250 v. Chr. Einen der frühesten Hinweise auf die medizinische Behandlung von Augenerkrankungen enthält der Kodex Hammurabi (2250 v. Chr.), der Belohnungen und Strafen für erfolgreiche und nicht erfolgreiche Augenoperationen festlegte. 384–322 v. Chr. Aristoteles (384–322 v. Chr.) vertiefte das Verständnis der Augenanatomie durch Tiersektionen, indem er den Sehnerv und verschiedene Augenschichten beschrieb. 330–260 v. Chr. Herophilus (330–260 v. Chr.), auch als Vater der Anatomie bekannt, führte umfangreiche Sektionen durch und beschrieb die inneren Strukturen des Auges, einschliesslich des Sehnervs und der Linse. 980–1037 n. Chr. Der Kanon der Medizin von Avicenna (980–1037 n. Chr.) beschreibt zahlreiche Erkrankungen und Behandlungen des Auges, die jahrhundertelang die medizinische Praxis beeinflussten.
1514–1564 Andreas Vesalius (1514–1564) leistete Pionierarbeit in der modernen Anatomie, einschliesslich detaillierter Studien des Auges, welche die Grundlage für die zukünftige anatomische Forschung bilden sollten. 1535–1607 Georg Bartisch (1535–1607), oft als Vater der modernen Ophthalmologie bezeichnet, veröffentlichte das erste umfassende Buch über Augenerkrankungen und -chirurgie mit dem Titel Ophthalmodouleia. 1643–1727 Sir Isaac Newtons (1643–1727) Arbeiten über Licht und Optik, insbesondere seine Theorien über Licht und Farbe, revolutionierten das wissenschaftliche Verständnis des Sehens. 1706–1790 Benjamin Franklin (1706–1790) erfand im 18. Jahrhundert Bifokalgläser, die ein besseres Sehen in verschiedenen Entfernungen ermöglichten. 1851 Der deutsche Arzt Hermann von Helmholtz (1821–1894) erfand das Ophthalmoskop, ein bahnbrechendes Instrument, mit dem Ärztinnen und Ärzte in das Innere des lebenden Auges blicken können. 1812–1887 Ferdinand Ritter von Arlt (1812–1887) trug massgeblich zur Erforschung und Behandlung von Refraktionsfehlern bei und war der erste Arzt, der nachwies, dass Kurzsichtigkeit die Folge einer zu grossen Achsenlänge des Auges ist. 1828–1870 Albrecht von Graefe (1828–1870) entwickelte neue Operationstechniken zur Behandlung des Glaukoms und des Katarakts und gründete die erste spezialisierte Augenklinik. 1884 Karl Koller (1857–1944), ein österreichischer Augenarzt, führte die Verwendung von Kokain als Lokalanästhetikum in der Augenchirurgie ein. 1862–1930 Allvar Gullstrand (1862–1930), ein schwedischer Augenarzt und einziger Nobelpreisträger für Ophthalmologie, trug massgeblich zum Verständnis des optischen Systems des Auges und zur Entwicklung von Korrekturlinsen bei.
1917 Shinobu Ishihara (1879–1963) erzielte mit der Entwicklung des Ishihara-Farbtests einen Durchbruch bei der Diagnose von Farbblindheit. 1920er In den 1920er-Jahren wurde Pilocarpin, ein Medikament aus Pilocarpus, zur Behandlung des Glaukoms eingeführt, was einen bedeutenden Durchbruch bei der Senkung des Augeninnendrucks bedeutete. 1949 Harold Ridley (1906–2001) führte die erste Intraokularlinsen-Implantation durch und legte damit den Grundstein für die moderne Kataraktchirurgie. 1912–2006 Charles Schepens (1912–2006) entwickelte das binokulare indirekte Ophthalmoskop, das die Diagnose des Augenhintergrunds und die Behandlung von Netzhauterkrankungen verbesserte.
1950 Die Einführung von Kortikosteroiden wurde für die Behandlung entzündlicher Augenerkrankungen wie Uveitis und allergischer Bindehautentzündung unverzichtbar. 1961 Die Fluoreszenzangiographie, bei der ein Fluoreszenzfarbstoff zur Markierung von Blutgefässen injiziert wird, verbessert die Diagnose und Behandlung von Netzhauterkrankungen. 1978 Die Entwicklung von Betablockern bildete die Grundlage für neue Therapien des Glaukoms, bei denen der Sehnerv betroffen ist. 2004 Die antivaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor-Therapie (VEGF) revolutionierte die Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration, bei der abnorme Blutgefässe im Augenhintergrund wachsen und die Makula schädigen. Seit den 1990ern Die Entwicklung und Verbreitung der OCT-Technologie, die Aufnahmen unter der Oberfläche des Auges erlaubt, ermöglichte ab den 1990er-Jahren eine hochauflösende Bildgebung der Netzhaut. Die Ultraschall-Bio-Mikroskopie, die mithilfe von Hochfrequenzwellen detaillierte Bilder des vorderen Augenabschnittes erzeugt, einschliesslich der Hornhaut, der Iris, des Ziliarkörpers und der Linse, verlieh der Diagnostik zusätzliche Schubkraft. 2017 Die FDA genehmigte die erste Gentherapie gegen eine erbliche Netzhauterkrankung und markierte damit einen bedeutenden Fortschritt bei der Behandlung genetisch bedingter Erblindungen. Aktuell Die laufende Forschung an Gen-Editier-Technologien wie CRISPR lässt auf die Heilung bisher nicht behandelbarer genetischer Augenerkrankungen und die potenzielle Heilung von Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa und Morbus Stargardt hoffen.
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Blick in die Zukunft Aus der Vergangenheit lernen. Wie sich der Blick im Lauf der Jahrhunderte schärfte Text Goran Mijuk. Illustrationen Lehel Kovács. Die Geschichte der Ophthalmologie ist geprägt von einem wachsenden Verständnis der strukturellen, molekularen und genetischen Funktionen des Auges. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren chirurgische Eingriffe die dominierende Methode in der Ophtha mologie, bevor die Entwicklung niedermolekularer Medikamente begann. Mit dem Aufkommen von Biologika und Gentherapien hat sich die Behandlung von Augenerkrankungen dramatisch verbessert, und es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird, da die Grundlagenforschung und die translationale Forschung an Fahrt aufnehmen.
um 1286 Die Erfindung der Brille in Italien verhalf Millionen von Menschen zur Verbesserung des Sehvermögens und gilt als einer der grössten Fortschritte in der Geschichte der Sehkorrektur.
1905 Eduard Zirm (1863–1944) führte die erste erfolgreiche Hornhauttransplantation beim Menschen durch und ebnete damit den Weg für die moderne Hornhauttransplantation.
1940er Antibiotika revolutionierten die Behandlung bakterieller Augeninfektionen.
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